Sowjetischer Distortion

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    • Sowjetischer Distortion

      Hallo Leute,

      bin über ein interessantes Fundstück gestolpert und plane demnächst eine Realisierung: Hier ist Schema für einen Distortion-Effekt, welches im März 1988 in einer sowjetischen Jungendzeitschrift veröffentlicht wurde. Als IC dient ein K553UD2, den man anscheinend problemlos auf ebay bekommt. Im ersten Schritt werde ich das Ganze in einen schönen Schaltplan übertragen und anschließend auf dem Breadboard nachbauen.
    • Hallo

      Moonshine wrote:

      Hi,

      Cooler Fund! Wie nett diese Seite auch aufgemacht ist :love:

      Was genau soll der obere Schaltungsteil sein, der mit den Spulen (Trafowicklungen, nicht sicher, was das bedeuten soll). Kann jemand zufällig Russisch?

      Lieben Gruß,
      Max
      Kurzer Überblick i.m.h.o.:

      Oben ist eine Gitarrenschaltung, ein wenig "altmodisch" a la 60er Jahre
      (Schleifer zur Signalquelle, eher niederohmig), darunter "Tembro-Block"
      (gemeint ist wohl sowas wie Timbre-Block);

      Rechts der Toggle-Schalter ("Tumbler K") in mechanischer Funktion und
      Anschlussbelegung, die mitteren Anschlüsse gehen an den Ausgang der Gitarre.

      Unter der Überschrift "Reformator/Umwandler/Konverter des Spektrums"
      ein (leicht modifiziert -- Gain-Regler) Distortion+, auffällig sind die
      "krummen" Werte bei den Widerständen (910k statt 1M, Poti 15k);

      Darunter Signaldiagramme vom Eingang, Ausgang des OPV und hinter
      den Dioden. D9 ist eine Germaniumdiode.

      Unten ein Blockschaltbild -- hinter der Gitarre ein Block "Sustain", der einen
      Kompressor und ein Distortion enthält, rechts geht es zum Verstärker.

      Also 1988 war das nicht gerade Stand der Technik.

      That's it und Gruß

      Torsten

      PS.: Gibt es für die Zeitschrift eine Quelle oder einen Link?
    • "Also 1988 war das nicht gerade Stand der Technik."

      Du bist ja witzig. Es soll in diesem Forum ja sogar Leute geben, die noch nicht auf SMD umgestiegen sind oder die Sounds mit 10 Transistoren verändern statt mit 100000 oder die den Fortschritt der Bleifreiheit nicht loben. Oder die gar noch wissen, dass manche Röhren nicht für Wasser geeignet sind.... :)

      Leider kann ich kein Russisch. Die Seite sieht so aus, wie wenn hier Leute sich viel Mühe gemacht hätten, viel Basisverständnis gut rüberbringen. Da habe ich großen Respekt.
      Gruß Christof
    • Ich hab nun dank eines Kollegen, der aus dem Osten stammt und ein wenig Russisch kann, weitere Erkentnnisse:

      Die Zeitschrift hieß "Юный Техник", was "Junger Techniker" bedeutet. Sie erschien einmal im Monat und sollte Jungendlichen technische Themen näherbringen, aber es wurden auch Science-Fiction Texte veröffentlicht. Es gibt einen Wikipedia-Eintrag dazu auf Russisch: https://ru.wikipedia.org/wiki/Юный_Техник

      Ein Archiv der Zeitschriften findet sich unter jt-arxiv.narod.ru/magazin88.html. Das Schema für den Distortion ist in der März-Ausgabe (3-88) auf Seite 68.

      The post was edited 1 time, last by Crodor ().

    • Hallo Christoph,

      cebersp wrote:

      "Also 1988 war das nicht gerade Stand der Technik."

      Du bist ja witzig. Es soll in diesem Forum ja sogar Leute geben, die noch nicht auf SMD umgestiegen sind oder die Sounds mit 10 Transistoren verändern statt mit 100000 oder die den Fortschritt der Bleifreiheit nicht loben. Oder die gar noch wissen, dass manche Röhren nicht für Wasser geeignet sind.... :)

      Leider kann ich kein Russisch. Die Seite sieht so aus, wie wenn hier Leute sich viel Mühe gemacht hätten, viel Basisverständnis gut rüberbringen. Da habe ich großen Respekt.
      Gruß Christof

      ähem, das war nicht so abwertend gemeint, wie es vielleicht rüberkam. Der Artikel
      (und der Artikel davor) beschreiben den Selbstbau einer Les Paul, der Distortion ist
      eher Beigabe. Dabei sind mir Details aufgefallen (wie z.B. die Gitarrenschaltung),
      die m.E. veraltet sind und dann unter Umständen einen Erfolg auch versauen können.

      "Nicht Stand der Technik" nicht im Sinne von: "Die sind ja alle doof" oder "das kann
      ja nichts werden", sondern eher im sinne von: "Schade, wenn sich da jemand sinnlos
      verrennt".

      Crodor wrote:

      Hab jetzt auch einen schönen Schaltplan gepinselt, zur allgemeinen gefälligen Verwendung. Ich übernehme aber keinerlei Garantien für die Richtigkeit...


      musikding.rocks/wbb/index.php/…205c0c9594da709fafe14410b
      Der Vorwiderstand vor den Dioden fehlt ;)

      Gruß

      Torsten
    • Graue_Theorie wrote:

      Hallo Christoph,

      cebersp wrote:

      "Also 1988 war das nicht gerade Stand der Technik."

      Du bist ja witzig. Es soll in diesem Forum ja sogar Leute geben, die noch nicht auf SMD umgestiegen sind oder die Sounds mit 10 Transistoren verändern statt mit 100000 oder die den Fortschritt der Bleifreiheit nicht loben. Oder die gar noch wissen, dass manche Röhren nicht für Wasser geeignet sind.... :)

      Leider kann ich kein Russisch. Die Seite sieht so aus, wie wenn hier Leute sich viel Mühe gemacht hätten, viel Basisverständnis gut rüberbringen. Da habe ich großen Respekt.
      Gruß Christof
      ähem, das war nicht so abwertend gemeint, wie es vielleicht rüberkam. Der Artikel
      (und der Artikel davor) beschreiben den Selbstbau einer Les Paul, der Distortion ist
      eher Beigabe. Dabei sind mir Details aufgefallen (wie z.B. die Gitarrenschaltung),
      die m.E. veraltet sind und dann unter Umständen einen Erfolg auch versauen können.

      "Nicht Stand der Technik" nicht im Sinne von: "Die sind ja alle doof" oder "das kann
      ja nichts werden", sondern eher im sinne von: "Schade, wenn sich da jemand sinnlos
      verrennt".

      Crodor wrote:

      Hab jetzt auch einen schönen Schaltplan gepinselt, zur allgemeinen gefälligen Verwendung. Ich übernehme aber keinerlei Garantien für die Richtigkeit...


      musikding.rocks/wbb/index.php/…205c0c9594da709fafe14410b
      Der Vorwiderstand vor den Dioden fehlt ;)
      Gruß

      Torsten
      Widerstand eingefügt, danke für den Hinweis.
    • Hallo,

      falls du die Russen "verballerst", der LM301 geht auch. Die sind kompatibel (steht im russischen Datenblatt bei Справочник по радиодеталям = Handbuch zu Funkkomponenten).
      Den LM301 gibts zwar auch im 14-pol DIP aber der 8-pol DIP ist gängiger (hat normalerweise der Musikding Shop).

      Gruß, Bernd
      Jaichweiß (Andy Pipkin)
    • Bin es gerade mal durchgegangen. Nur die Geometrie, nicht die Werte. Es scheint mir erstmal alles soweit richtig zu sein. Die Masseverbindung fehlt, aber es ist ja "klar" (also, wenn man daran denkt) dass die an Reihe H oder N gehört. Etwas kleiner geht es bestimmt auch noch. Man könnte die Jumper links vom IC unter den IC legen. R6 und die Reihen 16-19 kann man bestimmt auch noch platzsparender anordnen, wenn man denn will. Das wichtige ist ja: Es scheint mir dem Schaltplan zu entsprechen. Die Werte der Potis sind natürlich recht exotisch. Da lohnt es sich für Nachbauer vielleicht zu schaun, wie sich gängigere Werte auswirken.

      Was mich interessieren würde: Ist die Verbindung Pin 3 C4 Pin 12 anfällig für Einstreuungen? Ich weiß nicht genau, was da am Opamp passiert.

      The post was edited 1 time, last by DerThorsten ().

    • Danke für's Drüberschauen, es ist schon mal ein Fortschritt, wenn anscheinend kein Fehler drin ist. Natürlich hast du recht, dass man das Ganze noch platzsparender und optimierter anordnen kann. Die Möglichkeit, Jumper unter den IC zu legen, hab ich im ersten Schuss mal komplett ignoriert. Aber für mich ist das Wichtigste, dass das Teil in ein 125B-Gehäuse passt und das tut es mit diesen Abmessungen. Als nächstes muss ich irgendwo Potis mit 15k und 220k herkriegen...