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Kondensatormaterial und der große "WTF" moment...

    • Kondensatormaterial und der große "WTF" moment...

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      Hallo zusammen,

      In Bezug auf Kondensator-Material gibt es ja zwei Lager: "man hört den unterschied!" und "nur der Wert gibt Ausschlag!"...
      bisher hatte ich eigentlich keine Meinung zu dem Thema :D Ich hab mich eher nach Dingen wie Verhalten im
      Fehlerfall (leitend vs. nicht leitend), Leckstrom oder Rauscheigenschaften orientiert...

      Jetzt habe ich auf der Plexi-Platine einmal C3 als Glimmer benutzt... das klang schrecklich dünn und hat sehr viel Gain
      geraubt. Ausgetauscht durch einen Keramik und es klang wie es sollte... nochmals hin und her , beide gemessen am selben
      multidingsbums (beide 49pf, beide ok) und immer das selbe Ergebnis: Glimmer pfui, Keramik hui.

      Gibt es hierfür eine gute Erklärung?

      Viele Grüße,
      anthony
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      Können parasitäre Effekte sein, die abhängig von der Baugröße und Material sind. Selbst beim gleichen Materialtyp kann es ein unterschied sein, ob Du nen 25V Typ mit Rastermaß 2,5 oder nen 400V Typ mit RM 15 nimmst. Da kann der schon mal ein paar uH und Ohm mehr wegen der Wicklung haben.

      Es besteht auch die Möglichkeit das der Glimmer vom Löten oder ab Werk nen Schuss hatte. Hab ewig Fehlersuche gemacht, weil ein Kondensator nen Schuss hatte. Messgerät hat genau 47nF angezeigt, hat aber die 18V DC Spannung im Gerät durchgelassen. Die kleiner Prüfspannung vom Messgerät und Durchgangsprüfer aber nicht. Hab dann natürlich erst mal Stundenlang woanders nach dem Fehler gesucht. :S
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      Hallo,

      mal ganz grob (und nur das Physikalische):

      Ein Glimmer-C hat sehr geringe dielektrische Verluste - deswegen auch Verwendung bis in den HF-Bereich.

      Ein (Standard-)Keramik-C hat mit die höchsten Verluste unter den non-polaren Cs, stark abhängig von den zahlreichen Dielektrika (diese werden nach epsilon und für HF-ANwendung nach Tempco - zur Kompensation von Temperaturabhängigkeiten von Induktivitäten bei frequenzselektiven (Schwing-)Kreisen unterschieden).
      Grob gesagt, ist so ein Keramik-C immer mit einem (hochohmigen) R zu denken.

      Und das kennen wir aus vielen Röhrenschaltungen, damit es nicht zu "dünn" und "fizzelig" klingt...

      Gruß, Bernd
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      Hallo
      m.E. kommt es sehr stark auf den Anwendungsfall an, ob die Nebeneffekte eine Bedeutung bekommen. Dieser C3 in dieser Schaltung ist sehr hochohmig belastet mit 500k! Da dürfte der Ohmsche Widerstand hier keine nennenswerte Rolle spielen, solange der C nicht halb kaputt ist.
      Ich würde hier eher annehmen, dass der GlimmerC nicht i.O. ist.

      Was mich an der ganzen Kondensatordiskussion sehr irritiert, ist, dass dort Aussagen kommen, dass ...Kondensatoren besser klingen. Das kann nur Unsinn sein, da die Nebeneffekte sich an unterschiedlichen Stellen im Schaltplan auch unterschiedlich auswirken müssen.

      Gruß Christof
      =O Achtung: Bei Röhrenamps liegen LEBENSGEFÄHRLICHE Spannungen an. =O
      Bevor an einem Gerät gearbeitet wird muss es spannungsfrei gemacht werden und das muss auch überprüft werden. Jeder ist für seine Sicherheit selbst verantwortlich!