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London City DAE 130 Nebengeräusche durch Gitterwiderstände

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    • London City DAE 130 Nebengeräusche durch Gitterwiderstände

      Moin an alle Röhrenamp-Profis, und die die es werden möchten,

      Ich habe gerade meinen alten London City DAE 100W Amp (im Grunde ein Marshall 100w Plexi Super Lead Klon), auf dem Werktisch, da ich die Potis ausgetauscht habe. Bei der Gelegenheit wollte ich auch ein Phänomen untersuchen, welches mich zwar nicht besonders stört, aber dennoch unschön ist. Und zwar macht der Verstärker ein Störgeräusch, auch wenn die Volume Regler beider Kanäle komplett runtergedreht sind. Das Geräusch würde ich am ehesten mit dem Geräusch vergleichen, dass eine kaputte Leuchtstoffröhre macht, also kein Brumm, sondern eher ein Zirpen (heißt das so?).

      Jetzt habe ich wohl die Stelle gefunden, nämlich direkt zwischen den Volume Potis und dem Gitter der zweiten Röhre der Vorstufe. Dort befinden sich zwei 470k Widerstände, die wohl die Übeltäter sind. Sind beide Volume Potis runtergedreht, legen die beiden Widerstände zwischen Gitter und Masse und verursachen das Geräusch. Lege ich das Gitter direkt auf Masse herrscht Ruhe.

      Den Schaltplan gibt es übrigens hier:
      drtube.com/schematics/londoncity/dea130.gif

      Ich habe jetzt zwischen Gitter und Masse einen 470p Kondensator gepackt, um das "Problem" in den Griff zu bekommen, aber das soll nur ein Provisorium bleiben.

      Ich frage nun, in wie fern das Geräusch bauartbedingt normal ist, oder ob es sich evtl. lohnen würde die Widerstände auszutauschen (habe leider gerade keine da zum probieren). Oder liegt hier vielleicht doch ein ganz anderes Problem vor (Trafo streut ein, Masseproblem oder Netzteil)?

      Ich bin für alle Beiträge sehr dankbar und Grüße!
    • Zirpt es nun immer oder nur, wenn beide Volumes auf null stehen?

      Auf jeden Fall solltest du bei diesem Amp die Heizung hochlegen, denn die Spannungsdifferenz zwischen Heizung und Katode des Katodenfolgers ist grenzwertig. Und gleich ein geeignetes Poti zur Symmetrierung mit rein (Tube Town hat dafür 100R Potis mit Rastung).

      Grüße, Immo
    • Das Geräusch tritt bei zugedrehten als auch voll aufgedrehten Volumenpotis auf. Es wird auch nicht lauter mit steigendem Volume. Allerdings wird das Geräusch leiser, wenn eins der Potis auf ca. 8/10 aufgedreht wird, das andere zugedreht ist. Komische Sache also...

      Die Heizung ist bereits per Poti symmetriert, allerdings zur Masse. Ich probiere Mal die Heizung hochzulegen und schaue Mal was passiert. Spricht eigentlich was dagegen dafür die -20V am Trimmpoti für den Bias zu verwenden? Grüße!
    • Hallo yakoob,
      was passiert, wenn Du die erste Röhre v1 ziehst?
      Wenn Du die Quelle nicht findest und den amp oft leiser betreibst, dann könntest Du den Kathodenwiderstand von v2b durch ein 100k Poti ersetzen und dort das Signal für das tone stack abgreifen.
      Gruß Christof
      =O Achtung: Bei Röhrenamps liegen LEBENSGEFÄHRLICHE Spannungen an. =O
      Bevor an einem Gerät gearbeitet wird muss es spannungsfrei gemacht werden und das muss auch überprüft werden. Jeder ist für seine Sicherheit selbst verantwortlich!
    • Das mit den -20V... ich habe nichts gesagt! ;)

      Ich überlege gerade, ob es nicht sinnvoller wäre, die Spannungen ab dem Phaseninverter niedriger zu machen. Ich habe einige Marshall Plexi Schaltpläne durchgeschaut, da sind die Annodenspannungen der ECC83s deutlich niedriger. Ich würde jetzt einfach mal den 8k Widerstand gegen 20k ersetzten. Könnte ich dadurch irgendwelche Probleme bekommen oder muss ich noch was beachten?

      Das mit der ersten Röhre ziehe probiere ich später mal aus.

      Grüße!
    • Hi,
      Ich wüsste jetzt nicht, warum eine niedrigere Spannung die Störungen beseitigen sollte?
      Sehen die Elektrolytkondensatoren noch gut aus? Ggf könnte man die um v1 und v2 mal nachmessen/ersetzen.
      Ich gehe mal davon aus, dass Du ausprobiert hast, dass das ganze nix mit Schaltnetzteilen oder led lampen in der Nähe zu tun hat....
      Gruß und viel Glück, Christof
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    • Hi,
      ok, Potential an der 3. Stufe könnte man mal messen. Allerdings kommt mir der Kathodenwiderstand von v2a niedrig vor, was dieses Potential wieder absenken würde.
      Aber das sind ja allgemeine Auslegungsfragen. Außerdem konntest Du die Störung weiter vorne im Signalfluss wegfiltern.
      Hat der amp die Störung schon immer gehabt? Wenn nein, und keine Störung von außen, dann muß es etwas sein, das gealtert ist, daher die Frage nach den Elkos. V 1 ziehen hilft, das Problem zu lokalisieren.
      Gruß Christof
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    • Hi,
      Schwer zu sagen, ob das Zirpen schon immer da war. Jedenfalls hatte der Amp noch ganz andere Probleme, als ich ihn (vor mittlerweile über 10 Jahren!) bekommen habe. Ich war froh, als ich ihn dann in einen brauchbaren Zustand gebracht habe. So eine "Kleinigkeit" wäre mir damals nicht aufgefallen. So richtig bewusst wahrgenommen habe ich dieses Geräusch erst vor kurzer Zeit bei einer Aufnahmesession.

      Ich habe jetzt die erste Röhre gezogen, was aber an dem Störgeräusch nichts geändert hat (es ist immernoch vorhanden). Mir ist allerdings vorhin beim Testen aufgefallen, dass bei vollständig zugedrehten Volumepotis das Gitarrensignal gaaaanz leise doch aus dem Lautsprecher kommt. Bei gezogener V1 jedoch nicht.... Jetzt bin ich komplett verwirrt.

      Noch zwei Anmerkungen:
      1. Ich habe den Widerstand in der Siebkette erhöht, was die Kathodenspannung an V2B auf etwa 145V gesenkt hat. Das Störgeräusch hat's nicht gejuckt.
      2. Mir ist eben aufgefallen, dass die beiden 100k Widerstände um V2A und V2B wohl irgendwann mal auf 1M erhöht wurden. Zu welchem Zweck ist mir aber schleierhaft. Könnte das evtl. irgendwie mit dem Problem zusammenhängen?

      Danke für eure Hilfe! Grüße
    • Hi,
      die Masseleitungen der Potis würd ich mal prüfen und nachlöten. Ist ja komisch, dass ein C nach Masse am Gitter hilft, nicht jedoch das Kurzschließen via Poti.
      Ich denke, dass eine hochohmigere Beschaltung empfindlicher gegen Einstreuungen macht. V2 schon mal getauscht, versuchsweise?
      Gruß, Christof
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    • wir erfahren leider nur kleckerweise, dass es an dem Amp Abweichungen vom Plan gibt und dass er früher noch andere Symptome zeigte. So kann man nicht sinnvoll helfen. Du musst schon möglichst klar, strukturiert und umfassend den Ist-Zustand darstellen, möglichst mit Fotos, und die Änderungen und Spannungsmessungen alle farbig in den Schaltplan schreiben!
    • Als ich ihn bekommen habe, waren an dem Verstärker bereits folgende Modifikationen bzw. Auffälligkeiten vorhanden:
      - Master Volume Mod - wurde zurückgebaut
      - Schalter für verschiedene Eingangswiderstände - wurde entfernt
      - die Heizung war symmetriert (ob Original oder Mod kann ich nicht sagen)
      - Kontakte an den Röhrensockeln und Eingangsbuchsen waren korrodiert, Sockel und Eingangsbuchsen wurden getauscht
      - AÜ war (und ist immer noch) nicht original sondern angeblich einer von Marshall (so die Aussage des Vorbesitzers)
      - Es gab im Amp wohl mal einen Brand an einer der Endröhren, bis auf den Fleck jedoch keine Auffälligkeiten
      - vor einigen Jahren habe ich den Amp zur Wartung in einem hamburger Gitarren-Shop gehabt, der Röhren sowie einige der Kondensatoren getauscht hat (habe leider kein Messgerät für Caps), auch er hat sich aber an den Schaltplan gehalten
      - die 1M Widerstände sind mir tatsächlich erst jetzt aufgefallen. Ich dachte der Verstärker wäre soweit von der Schaltung her "original".

      Ich versuche mal im Laufe der Woche mir die Schaltung genauer anzuschauen und die Werte sowie die Messpunkte mit dem Schaltplan zu vergleichen und melde mich dann nochmal.

      Falls jemand in der Zwischenzeit noch Ideen hat, wäre ich sehr dankbar!
    • Noch ne Idee?
      Vielleicht wäre es nützlich, eine sounddatei zu posten, was Du unter Zirpen verstehst.

      M.E. kann man 4 Arten von Störgeräuschen unterteilen:
      A Schwingungen. Hört sich entweder quietschend, brummend oder bei hf wie belegt an. Lassen sich durch Potis beeinflussen.
      B Netzbrumm 50 oder 100 Hz.
      C Einstreuungen von außen. Lassen sich ggf durch den Aufstellort beeinflussen.
      D Durch ungewollte veränderliche Ströme in Bauteilen.

      Für C sind die Masseverbindung der Vol Potis relevant.

      Für D kämen m.E. die alten Cs in Frage und die Gleichrichterdioden. Hier gibt es Schaltungen, bei denen diese mit Cs gebrückt werden. Weiß aber nicht, wie das klingt.

      Interessant, dass der Amp schon mal ein Mastervol hatte. Genau das hatte ich Dir ja auch schon vorgeschlagen...... Macht die Störung leiser. ^^

      Gruß Christof
      =O Achtung: Bei Röhrenamps liegen LEBENSGEFÄHRLICHE Spannungen an. =O
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    • Ich glaube, ich kann das Rätsel nun auflösen. Beim vergleichen der Schaltung mit dem Plan habe ich noch Mal die Symmetrierung der Heizung genauer angeschaut und an dem poti gespielt. Dabei fiel mir auf, dass das Störgeräusch sich beim Drehen des Potis lautstärkemäßig verändert. Das Poti war außerdem ziemlich verschlissen. Habe die Symmetrierung nun mit zwei 100 Ohm Widerständen realisiert, was das Störgeräusch um ca die Hälfte verringert hat. Vielleicht geht da noch mehr mit nem guten Poti und dem hochlegen der Heizspannung. Ich bin aber erstmal zufrieden. Danke für eure Hilfe!